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Autochthone Rebsorten

Inhaltsverzeichnis:

Was sind autochthone Rebsorten?

Als autochthone (von altgriechisch "selbst" und "Erde"), einheimische oder indigene Art bezeichnet man in der Biologie Lebewesen, die im aktuellen Verbreitungsgebiet (Region, Biotop) entstanden sind (sich evolutionär gebildet haben) oder dort ohne menschlichen Einfluss im Zuge von natürlichen Arealerweiterungen eingewandert sind. In der Botanik spricht man beispielsweise bei Bäumen von autochthonen Arten oder bei Rebsorten von autochthonen Sorten. Demgegenüber stehen allochthone (gebietsfremde, manchmal auch fremdländische) Arten, die durch das Wirken des Menschen in einem Gebiet vorkommen, in dem sie nicht natürlich auftreten.

Die Geschichte des Südpfalzweinbergs

Im Herbst 2000 wurde Andreas Jung gebeten, einen alten Weinberg an der Badischen Bergstraße zu besichtigen. Dort würden noch merkwürdige Rebsorten wachsen.

In der Tat waren in dem 4 Jahre später gerodeten Weinberg 43 der 82 mittlerweile an der Badischen Bergstraße gefundenen Rebsorten enthalten. Unter den im 19. Jahrhundert wurzelecht gepflanzten Rebstöcken befanden sich nicht nur bekannte und zugelassene Sorten wie Riesling, Silvaner, Muskateller oder Grauer Burgunder. Andreas Jung identifizierte auch zahlreiche, früher weit verbreitete Sorten wie Welschriesling, Roter Veltliner, Zinfandel, Pamid (Roter Hänisch) und Honigler, die heute immer noch Hauptsorten im osteuropäischen Raum sind, aber von deutschen Züchtern nie beachtet oder einfach übersehen wurden. Besonders wertvoll waren die Funde höchst seltener, vom Aussterben bedrohten Rebsorten wie Weißer, Roter und Blauer Heunisch, Blauer Elbling, Blauer Blank oder Weißer Tokayer. Selbst verschollene, bereits ausgestorben geglaubte Sorten wie Fütterer, Blaue Bettlertraube, Großer Roter Veltliner und Kleinedel waren in den alten Weinbergen enthalten.

Die Rebsorten

Der Südpfalzweinberg lebt von seiner Sorten- und Klonvielfalt. Insgesamt sind hier 94 einheimische Rebsorten im Anbau, die von Andreas Jung in alten Weinbergen Deutschlands entdeckt, identifiziert und eingesammelt wurden.

Derzeit sind 95, davon 58 weiße und rote sowie 37 blaue Rebsorten. Leider sind vom Bundessortenamt nur 27 autochthone Rebsorten eingetragen und somit für den Anbau freigegeben worden.

Inder Regel werden nicht viele Flaschen in den freien Verkauf gegeben. Mache Winzer produzieren derzeit noch zu wenig um der Nachfrage gerecht zu werden.

Textteile entnommen von: www.rebenpatenschaft.de

Auf den nachfolgende Seite stellen wir Ihnen als Beispiel eine der ältesten Rebsorten, den
"Weißen Heunisch" mit von dieser Sorte abstammenden weltweit bekannten Rebsorten vor:

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